Kritik Nightwash
vom 5.4.2004 aus der Bonner Rundschau


Im Schleudergang des Humors

„NightWash“ machte aus dem Pantheon einen Waschsalon
(von Antje Stillger)

Früher erzählten sich die Beueler Waschfrauen am Rheinufer den neuesten Klatsch und lachten viel dabei. Heute haben sich Comedians dieses Reinigungsvorgangs angenommen und präsentierten beim ersten Waschgang von „NightWash“ in Bonn in der Schleudertrommel Pantheon beste Comedy. Viele Bonner waren der Einladung von Moderator und Initiator Knacki Deuser gefolgt, der sein ungewöhnliches Konzept in Köln verwirklicht hatte, das mittlerweile auch in der ARD zu sehen ist. Die Zuschauer bekamen für ihren Eintritt- bzw. Waschcoupon wirklich etwas geboten.

Seine fünf Gäste Moses W., Achim Knorr, Johannes Flöck, Jess Jochimsen und Konrad Stöckel brachten das Waschpulver zum Schäumen. Auf den Startknopf der Waschmaschine drückte Moses W.. In schwarzer Lederhose gekleidet mit wilder Rocker-Haarmähne berichtete er von seinen Abenteuern im Freibad, von der wortlosen Kommunikation der Handwerker, die sich das „Einsauen“ ihres Arbeitsplatzes in fremden Wohnungen zum Berufsethos gemacht haben, und mimte den Chefverputzer im Feinripp-Unterhemd.

Die nächste Stufe übernahm Achim Knorr, Publikumspreisträger des Prix Pantheon 2002 und bekannt in der Kölner Szene wie ein bunter Hund. Wunderbar komisch machte er den fliegenden Adler zu tragischer Musik aus dem Kassettenrekorder. Gelungen auch sein Vortrag eines Napfkuchenrezeptes in der Manier der Musikgruppe „Rammstein“.

Jess Jochimsen erzählte witzige Anekdoten aus seiner Pubertät, machte sich über den Werbeslogan eines Schießsportvereins lustig „Schießen lernen – Freunde treffen“ und warf dann seine Bücher ins Publikum. Das Lispeln in allen Feinheiten brachte der Koblenzer Metzgerssohn Johannes Flöck seinem Publikum näher und beteuerte: „Lispeln ist gar nicht schlimm und überhaupt nicht ansteckend“.

Wenn dann auch noch Knacki Deuser seinen Hippie-Freestyle-Dance aufführt und Zauberer Konrad Stöckel einen Nagel in sein Nasenloch schlägt oder mit der Gabel in seinem Auge herumpult, sind wir endgültig im Schleudergang angelangt.

Eine sehr gelungene neue Veranstaltungsreihe, die den Kulturpalast Pantheon noch mehr erstrahlen lassen wird.

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