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Kritik Barwasser gibt ERWIN PELZIG
"Worte statt Taten"
vom 16.2.02 aus dem General-Anzeiger Bonn:
Im Bonner Pantheon setzt Erwin Pelzig auf "Worte statt Taten"
Von Sandra Kreuer
Bonn. Eigentlich hätte jemand wie Erwin Pelzig, der Sätze wie "Ein Image ist das, was man bräucht`, dass die anderen denken, dass man so ist wie man gern wär`" hervorbringt, schon längst zur persönlichen Namensklimax ausholen müssen.
Vom Stil "Pelzig, pelziger, der Wolf im Schafspelz". Aber höchstwahrscheinlich wäre dann das eigene Image von Pelzig alias Frank-Markus Barwasser als Traditionsfranke mit Janker, rotweißkariertem Hemd, Hausmeister-Cordhut und Herrentäschchen dahin.
Denn wer denkt, der Mann des Jahrgangs 1960, sei ob seines Aussehens mindestens so kleinkariert wie sein Hemd, irrt gewaltig. Ehe sich die Pantheonbesucher versehen, hat ihnen Pelzig zum Beleg seiner These "Der Markt weiß alles", die Farbe ihrer Badezimmerkacheln, Hobbies oder Automarke entlockt.
Dazu legt Pelzig seinen Kopf treu zur Seite, knautscht sein Täschchen oder steckt einfach nur die Hand in die Hosentasche. Selbst von der Bühne aus lassen sich so ganz spontane Analysen erstellen. Etwa dass der zu Hause gelassene, Kinder hütende Ehemann eines Tages das Opfer eines großen, deutschen Baumarktes werden könnte, und mit der gerade erworbenen Kettensäge das selbstgebastelte Salzteignamensschild durchschneiden könnte.
Stimmgewaltig präsentierte sich Pelzig mit seinem sechsten Solo, in dem programmgemäß "Worte statt Taten" regierten. 2077 Worte waren es allein in den ersten 30 Minuten - der Techniker zählte mit.
Sein Auftritt barg nichts, was derzeit nicht auch seine vielen Kabarettisten-Kollegen unters Volk bringen würden: Der nach dem 11. September gereifte Wunsch nach "ganz normalen Kataströphli", Kritik an Internet, Globalisierung. Die Umsetzung jedoch war preisverdächtig.
Und hätte Pelzig-Barwasser nicht gerade den Deutschen Kabarettpreis 2002 ins heimatliche Würzburg getragen, dann würde es jetzt langsam Zeit dafür.
Erwin Pelzig tritt am Samstagabend um 20 Uhr noch einmal im Pantheon auf.
(15.02.2002)
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