Kritik BRUNO JONAS mit seinem Programm "Ich alter Ego Ich" vom 2.6.2000 aus dem General-Anzeiger Bonn: Vier Seelen wohnen, ach, in seiner Brust Bruno Jonas` "Ich alter Ego" im Pantheon Von Lorenz Storch Bonn. Kultur wächst aus dem Schlamm, meint Bruno Jonas. Und genau hier liegt das verbindende Glied zwischen Passau, Ägypten und dem Rheinland: Alles Überschwemmungsgebiete, und deswegen echtes Kulturland. Aus Passau kommt der bayerische Kabarettist, in Ägypten spielt sein Programm "Ich alter Ego", und im Rheinland steht das Pantheon, wo er auftrat. Als Wanderer zwischen den Welten arbeitete der 48-jährige Niederbayer hart dafür, dass die Verständigung klappte: "Brennsuppn, you know what I mean?" fragte er in die Runde. "Mehlschwitze", so die Antwort der Küchenexpertinnen im Publikum. Es machte ein bisschen Arbeit, aber man verstand sich. Rheinischer und bayrischer Katholizismus sind zwar, so Jonas, zwei grundverschiedene Dinge, aber die Harmonie im Pantheon war dennoch perfekt. Bruno Jonas genoss seinen Auftritt sichtlich. Er entwickelte eine ungeheure Lust an der Improvisation, schweifte minutenlang ab, vergaß seinen Text, erfand etwas Neues, egal. "Ich hab Kabarett auch schon ohne Publikum versucht - aber mit ist es besser." In seinem Programm geht es, wie der Titel schon ahnen lässt, um eine multiple Persönlichkeit. "Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust" - der alte Faust war ein Waisenknabe gegen Bruno Jonas, der als viergeteiltes Ich auf der Bühne steht. Ort der Handlung ist die deutsche Botschaft in Kairo, wo ein ausgeraubter Tourist vergeblich Einlass begehrt. Aber im Laufe des Abends gerät diese Geschichte immer mehr in Vergessenheit, löst sich auf wie das Ego des Protagonisten. Er spricht ungeheuer schnell, Gag folgt auf Gag. Da finden ganz nebenbei auch aktuelle Themen wie die Ökosteuer und die Einstellung von Bischof Dyba zur Schwangeren-Beratung ihren Platz. Bruno Jonas ist ein alter Hase im Kabarett-Geschäft. Und hat noch Spaß an seinem Beruf. (31.05.2000) |
|||