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Kritik FRANK GOOSEN
"Indiskret"
vom 21.3.2001 aus dem General-Anzeiger Bonn:
Damals, als es noch glückliche Rindviecher gab
Frank Goosen ist im Bonner Pantheon "Indiskret"
Von Marietta W. von Mohrenfels
Bonn. Wer schwelgt nicht immer mal wieder gern in Kindheits- und Jugenderinnerungen, am besten zusammen mit Freunden, die in der gleichen Zeit aufgewachsen sind? Auf solch eine Erinnerungsreise nahm der Kabarettist Frank Goosen im Pantheon seine Zuhörer mit. 1966 geboren, ließ er sich in seinem neuen Programm "Indiskret" über den Zeitgeist der 70er und 80er Jahre aus, schlug einen Bogen von der Waschmittelwerbung über das Fernsehen bis hin zum Slogan eines Bestattungsunternehmers: "Trauern hat keinen Zweck, Lehmann schafft die Leiche weg!"
Goosens Hauptthema sind jedoch Beziehungen zwischen Frauen und Männern. Bei allerlei
Familiengeschichten nimmt er kein Blatt vor den Mund und zieht so ziemlich alle
gesellschaftlichen Gruppen von damals und heute durch den Kakao. Ob Männer, Frauen,
Ostdeutsche oder Obdachlose - alle bekommen ihr Fett weg. Auch vor sich selbst macht er nicht halt. Selbstironisch berichtet er, dass er Haarausfall habe, seit er zwölf Jahre alt sei. "Ziemlich genau, nachdem ich das erste Mal an mir rumgespielt habe. Alles mögliche haben sie mir erzählt, was passieren würde, wenn ich das mache - aber von Haarausfall hat mir niemand was gesagt!"
Die 70er sieht Goosen als ästhetisch herausfordernde Zeit, den Mitteldeutschen Rundfunk als Rache des Ostens für die Wiedervereinigung. Er lüftet das Geheimnis der Bonanza-Brüder, die zwar nie etwas mit Frauen hatten, aber ständig auf der Ostweide Zäune reparierten: "Damals gab es noch glückliche Rindviecher."
Beim Umgang mit schnorrenden Punks rät er zu folgender Methode: "Ich bin mal zu so einemhingegangen, der vorm Bahnhofseingang saß. Und bevor der sich noch erheben konnte, habe ihn angebrüllt, na, willste mal 'ne Mark? Können Sie ja mal ausprobieren. Aber nehmen Sie eine Polaroid mit, denn das Gesicht möchten Sie rumzeigen!"
Goosen setzt Stimme und Mimik so gekonnt ein, dass sie seine Worte optimal zur Geltung bringen. Ob alles stimmt, was er erzählt, sei dahingestellt. Goosens Kommentar: "Glauben Sie, was Sie wollen!"
(22.03.2001)
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