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Kritik Horst Schroth
"Katerfrühstück"
vom 24.10.2002 aus der Bonner Rundschau:
Moritz und der zweite Frühling
Horst Schroth gastiert mit seinem neuen Programm im Pantheon
von Christian Böhm
Was, fragt Moritz, wäre mir als letztes durch den Kopf gegangen außerdem Kotflügel des Ford Fiesta? Es ist ja gerade noch mal gut gegangen. Moritz, ganz Mann im zweiten Frühling, blieb stehen, um einer jungen Passantin hinterherzuschauen. Drei Schritte weiter und ihn hätte der Wagen erwischt, der von der Straße abkam. So war es der Hintern der Schönen, von dem Moritz so entzückt war, der ihm das Leben rettete. In Horst Schroths Herrenabend-Nachfolger Katerfrühstlück zog dieses Glück allerdings existenzielle Fragen zum Thema Mannsein und Frausein nach sich. Nicht nur aus jenem Grunde: Wie erkläre ich die Angelegenheit meiner "Beziehung"? Wo Frauen doch neben einem Lügen-Detektor für Männergeschichten auch über einen zuverlässig funktionierenden Beziehungs-Navigator verfügen. Schnell wäre die gefährliche Unfallszene rekonstruiert. Und die Beziehung würde präzise Fragen stellen, ohne Zweifel.
Moritz will das unter allen Umständen vermeiden: Männer leben gerne ohne lästige Fragen an
sie selbst. Niemand belebt das an sich schon etwas abgedroschene Beziehungs-Thema besser als Horst Schroth. Die anschaulich erzählte Geschichte des Unfalls und Moritz zufällige Rettung dank niederer Rettungen bildet den Kern des neuen Programms, von dem aus Schroth immer wieder treffsicher das Wesen der Geschlechter analysiert, ohne den weit geschlagenen erzählerischen Bogen zu durchbrechen.
Schon deswegen ist Katerfrühstück sehr stimmig. Daneben lässt das Programm den Zuschauer nicht unbeteiligt. Kabarettist Horst Schroth überzeichnet die Szenen kräftig und mit Effekt: Die Männer im Publikum werden in der Figur Moritz eigene Empfindungen zu ihrer Geschlechterrolle wiedererkennen. Die Frauen werden mitlachen, aber auch sie trifft herber Spott. Will sagen: Horst Schroth ist ehrlich und gerecht.
Ein neuer Pantheon-Dauerbrenner.
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