Kritik ACHIM KONEJUNG
"Echt Abgefahren"
vom 26.3.2001 aus dem General-Anzeiger Bonn:

Schlacht von Stalingrad zwischen Kuchen, Sahne und Zucker

Achim Konejung im Pantheon in Bonn

Von Evelyn Stolberg

Bonn. Was Achim Konejung mit seinem Programm "Echt abgefahren!" auf die Bühne des Pantheons bringt, ist Comedy, Satire und Slapstick: Der Kabarettist entführt das Publikum in seine zartbittere Vergangenheit mit Fußballbildchen und Schallplatten. Dazu spielt er Klavier, singt "All you need is love" und zeigt mit eigenen Kompositionen, dass er reimen kann.

Dass die "gute, alte Zeit" nicht immer nur rosig war, macht er ebenfalls deutlich: Konejung mimt gleich mehrere seiner männlichen Vorfahren, wie sie an der Kaffeetafel mit Kuchen, Sahne und Zucker die Schlacht von Stalingrad nachspielen. Was dabei auf den ersten Blick komisch wirkt, entwickelt sich allerdings zu einem traurigen Einblick in das Leben alternder Männer. Teils melancholisch, teils humorvoll gestaltet sich der Abend, bei dem Konejung im Verlauf immer lebhafter wird. Die Stimmung lockert sich mit zunehmend gut durchdachten und gespielten Bildern von "damals".

So verjüngt sich Konejung auf magische Weise, als er darstellt, wie er als kleiner Junge in Belgien von einem Polizisten in flämisch - man versteht zwar kein Wort, aber die Tonlage sagt alles zusammengestaucht wird, weil er am Strand Fahrrad fährt. Teils politisch, teils mit feinsinnigen Kommentaren zur "Jugend von heute" rundet Konejung das Programm im Pantheon ab.

(25.03.2001)

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