Kritik THE SHENANIGAN BROTHERS mit ihrem Programm "Kiwi_Comadey-Show" vom 4.11.2000 aus dem General-Anzeiger Bonn: Mit Sadismus im Blick Neuseeländer ticken anders - Bester Beweis: die Shenanigan Brothers im Pantheon in Bonn Von Wolfgang Schlüter Bonn. Neuseeländer ticken anders. Der Kiwi - das Nationalsymbol - ist ein Vogel mit einem kleinen Hirn, der nicht fliegen kann. Das Badewasser läuft verkehrt herum ab. Und wie die "Guten Tag" sagen! Der "Haka", der in einem Pandämonium aus Gestampfe, Grimassen, Gebrüll und rausgestreckter Zunge kulminierende Begrüßungstanz der Maori ist ein Fluchtgrund ersten Ranges. Doch Abhauen scheint nicht nötig. Noch trennt der Bühnengraben das erwartungsbange Pantheonpublikum von den "Shenanigan Brothers". Noch. John Hudson und Patrick "Paddy" Duffy fusionieren bis zur Schmelze Comedy, Improvisations-Theater in Kiwi, Englisch, Deutsch und anderen "verrückten" Sprachen. Aber: "If the show ist bad, it`s your fault!" Mitmachen ist also angesagt. Sichere Plätze gibt es nicht. Mit Sadismus im Blick tigern sie durch die Reihen nach Beute. Mithilfe der Mädels gelingt der Beweis, dass nichts langweiliger ist als Perfektion - und nichts lustiger als Stegreif mit "Versuchspersonen". Noch nie sah man Marionettentheater so. "Noch nie" - das ist der Schlüssel für die märchenhaften Vorstellungen der Shenanigan Brothers. Keine Show ist wie die andere, denn der Grundstoff sind die Einwürfe des Publikums. Einmal wartet John vor der Tür, während Paddy aus begrifflichen Vorgaben - Pilot, Copacabana, Eiffelturm, Zahnbürste - eine absurde Geschichte improvisiert, mit Pantomime und "Pingu"-ähnlichem Gebrabbel, die John, wieder im Saal, irrerweise errät. Weiter zu sehen: "Gelbe Seiten" als Zufallsgenerator, Zaubern in Zeitlupe, ganz "wie es euch gefällt". Wer`s verpasst, ist selbst dran schuld. Die "Kiwi Comedy Show" der neuseeländischen Shenanigan Brothers ist an diesem Samstag, 20 Uhr, noch einmal im Pantheon zu erleben. (03.11.2000) |
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