Kritik Abba Jetzt! vom 27.6.2003 aus dem General-Anzeiger Bonn: Besuch im Pop-Himmel "Abba jetzt!" huldigen ihrem prominenten Vorbild im Bonner Pantheon Von Sandra Kreuer Bonn. "Das wird hier nicht so`n lustiger Trulla-Trulla-Abend. Nicht so`n 70er Jahre Teil", erklären die in festlichem weißem Hemd und Frack erschienenen drei Herren im Pantheon. Nur für den Fall, dass es unter all den potenziellen Rüschenhemden- und Plateauschuh-Trägern zu irgendwelchen Missverständnissen kommen könnte. Immerhin galt es niemand geringerem als den "Pop-Göttern im Pop-Himmel" zu huldigen: Abba - dem berühmtesten schwedischen Export seit es Knäckebrot gibt. Große Vorbilder, die ebenso großartige Taten verlangten. Da reicht es nicht, mal eben ein Hit-Medley von "Dancing Queen" über "Money, Money, Money" bis zu "Lay all your love on me" zu fabrizieren. Stattdessen muss die ganze Welt der Musik - Samba, Rock`n`Roll, Hiphop - her. Inklusive passendem Gestus des Trios. Wenn Pianist Alexander Paeffgen, sonst mit dem regelmäßigen Anpusten des Schweden-Fähnchens an seinem Arbeitsplatz beschäftigt, seinen Kopf zum Samba-Rhythmus gefühlvoll in den Nacken legt und dabei seine Arme so weit durchdrückt, als würde er lediglich von einem Kleber an den Klaviertasten gehalten. Und Kollege Hanno Friedrich derweil mit Armen und Beinen die Mikrofonstange umtanzt, imaginäre Rasseln schwingt und Tilo Nest durch seine Stimme glänzt. Oder wenn die "kleine, vor sich hin dürstende Pflanze Jazz" mit einem wunderbar verfremdeten "Knowing you, knowing me" gegossen wird. Nichts ist dem Gespann aus zwei ausgebildeten Schauspielern und einem studierten "Klimperhannes" (Zitat Nest) fremd. Allem voran witzig-gute Unterhaltung, die außer von den unbestritten musikalischen Fähigkeiten auch von satirischen Conférencen, klar vorgegebenen Charakteren und Spielszenen, die in einem wahrlich bühnenreifen Streit gipfeln, getragen wird. Perfekt wird die Bühnenshow durch Lichteffekte und die "Rock meets Klassik"-Parodie, innerhalb der sich Opernsänger Hermann Prey und Legende Bob Dylan begegnen dürfen. Wer nicht dabei war, hat was verpasst. Auch die Standing ovations. (26.06.2003) |
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