Kritik Django Asül
mit seinem Programm "Autark"
vom 18.4.02 aus der Bonner Rundschau:

Zyniker mit Bodenhaftung

Django Asül gastierte im Bonner Pantheoon

Von Christian Böhm

Bonn. "Autark" Django Asüls neues Programm, mit dem er jetzt im Pantheon zu Gast war, spielt geschickt mit der Herkunft des Kabarettisten. Es erlaubt Einblicke in die Seelenlage einer Generation junger Erwachsener, deren Eltern als damals so bezeichnete Gastarbeiter nach Deutschland kamen, die selber aber eine Identität mit mehreren prägenden kulturellen einflüßen ausgeprägt haben. Django Asül mag türkische Eltern haben und trotzdem als letzter seiner Familie einen türkischen Pass besitzen, ganz gleich, wie schlecht sein türkisch ist. Unabhängig davon pflegt Asül seinen niederbayerischen Zungenschlag und entsprechende regionale Stereotype: mit den Franken will der Mann aus der gegend um Landshut, Straubing und Passau so wenig zu tun haben wie mit den Österreichern.

Ein solch heiles Motiv wie das nationaler oder regionaler Identität nimmt Asül dankenswert leicht. Belehrungen werden dem Publikum erspart: Leicht durchgedrehte Alltagsgeschichten lassen über schiere Komik hinaus ein politisches Anliegen durchblicken: Hat nicht jede Gesellschaft ihre "Underdogs" wie Asül sagt, auf deren Kosten mancher dumpfer Witz gerissen wird; wann kippt der Witz ins Vorurteil?

Asül ist ein Zyniker, und er benutzt eine bodenständige Sprache. Der ernste Kern ist leicht und unterhaltsam verpackt. Manche jener Themen, die den Rahmen machen sind im Kabarett Dauerbrenner: die wieder Tretroller fahrende Jugend; Verteidigungsminister Scharping als der klassische Schläfer; Opel, der "West-Trabant"; Deutsche Bahn. Tiefsinn ist nicht alles. Manchmal wird es metaphorisch. Das Programm "Autark" hat hingegen seine starke Seite in der feinfühligen Vermittlung von Aspekten, die sonst im klassisch-politischen Kabarett Beachtung finden. (wieder am 14. und 15. Mai)

(11.04.2002)

Foto Asuel

KurzKritik Django Asül
mit seinem Programm "Autark"
vom 18.4.02 aus dem Bonner Express:

Djangos spitze Pointen im Pantheon

Das Bonner Pantheon gewährte ihm an gleich 2 Abenden Asyl: Ausverkaufte Hütte für Django Asül, den türkischen Niederbayern mit dem schrägen Humor.
Nach Hämokratie" nennt der 30jährige Kabarett-Profi (" 7Tage-7Köpfe) sein neues Programm "Autark". Und schießt die spitzen Polit-Pointen ab, dass es nur so kracht.
Ob Edmund stoiber, Gerhard Schröder, Helmut Kohl oder Patrick lindner, alle nimmt sich der "Underdog" vor. Zur Begeisterung seiner Bonner Fans, die sich schon auf den 14. und15. Mai im Pantheon freuen können. Dann ist Django wieder da.

(13.04.2002)

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