Kritik baSix
vom 12.6.2003 aus dem General-Anzeiger Bonn:


Schützenhilfe aus dem Jugendchor

Die begnadeten Sänger der Gruppe baSix aus Dänemark eröffnen das 9. A-cappella-Festival im Bonner Pantheon

Von Robert Fontani

Bonn. Zum ersten Mal waren sie in Deutschland zu hören, die sechs Newcomer aus Dänemark. Die Gelegenheit packten baSix beim Schopf und boten zum Auftakt des 9. Pantheon A-Cappella-Festivals eine ebenso mitreißende wie unwiderstehliche Show. Zum Erfolgsrezept des Sextetts gehören eine sorgsam ausgewogene Mischung musikalischer Stilelemente, pointierte choreographische Mittel und ganz viel Herzblut in den Stimmen.


baSix singen mit ganz viel Herzblut in den Stimmen.

Überhaupt wirkten viele der Songs wie ganz persönliche Statements der sechs Sänger. Das Gros des Programms von baSix ist selbst komponiert, Cover-Versionen tauchten nur selten im Programm auf. Die hatten es dann aber in sich, wie zum Beispiel eine soulige Version von "Come together" von den Beatles zum Beginn des Programms.

Soul und Rhythm & Blues sind die musikalischen Eckpfeiler des Sounds von baSix. Der Kreis schloss sich zum Ende des Programms dann mit einer fetzigen Version des Klassikers "Baby Love" von Mothers Finest. Dazwischen betörten baSix das Publikum mit weichen Schmusesongs aus eigener Feder ebenso wie mit gut gelaunten Liedern in Italienisch, Türkisch oder Dänisch.

Dann und wann wirkten die sehr smarten und stets gut gelaunten Jungs fast wie eine Boygroup des A-cappella, wären da nicht die raffinierten harmonischen Arrangements, die den leicht kommerziellen Touch einiger Stücke schnell vergessen ließen. Schließlich ist Erfolg keine Schande. Der Gold-Status ihrer beiden CDs und die abwechslungsreiche Show im Pantheon beweisen, wie leicht der Spagat zwischen erfolgreichen und eingängigen Liedern und hochklassigen Arrangements gelingen kann.

Eine weitere echte Premiere gab es außerdem an diesem Abend zu erleben: Bei "Purple Rain" von Prince wurden baSix von sechs jungen Damen aus dem Jugendchor der Oper Bonn unterstützt. Das doppelte Sextett klang dann wie eine Mischung aus himmlischem Engelschor und ganz erdverbundenen Soul-Brothers.

(11.06.2003)

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