CAVEMAN

mit Ingolf Lück
Kritik vom 12.9.2003 aus dem General-Anzeiger Bonn:

Auf dem Weg zum Höhlenmenschen

Ingolf Lück spielt unter der Regie von Esther Schweins im Bonner Pantheon den "Caveman"

Von Ulrike Strauch

Bonn. Die Erkenntnis selbst ist ja nicht unbedingt neu. Vicco von Bülow hat sie schon vor Jahrzehnten seiner Protagonistin Evelyn Hamann in den Mund gelegt: "Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen." Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kam der amerikanische Autor und Stand-up-Comedian Rob Becker im Jahr 1987. Schrieb es auf und nannte das ganze "Caveman".

Mit seinem Ein-Personen-Stück über die Unterschiede zwischen Mann und Frau und die Verteidigung des Höhlenmenschen gelang ihm das erfolgreichste Solo in der Geschichte des Broadway. Die deutsche Version ist derzeit im Bonner Panthon zu sehen.

Esther Schweins, bekannt aus der RTL-Comedy-Reihe "Samstag-Nacht", führte Regie. Und Ingolf Lück, Star der Sat 1 Wochenshow, gibt dem Mann aus der Höhle Gestalt. Das fällt zwar zunächst ein wenig zu "frühgeschichtlich" und affenähnlich aus. Doch je mehr sich sein Kerl dem heute gängigen Männerbild nähert, desto mehr Spaß macht die Sache.

Und die Sache ist die, dass es sich dabei im Grunde um eine feurige Verteidigung all derjenigen handelt, die von ihren Lebensgefährtinnen meist als Neandertaler im zeitgenössischen Gewand betrachtet werden. Und dabei reichlich schief angesehen. Dabei könnte alles so wunderbar einfach sein. Der Jäger und die Sammlerin - ein perfektes Team aus prähistorischen Zeiten.

Die Moral von der Geschicht bekommt der Zuschauer gleich mitgeliefert. Männer und Frauen sollten so bleiben dürfen, wie sie sind. Zu dumm nur, dass Vorurteile mitunter so viel Spaß machen.

(12.09.2003)

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