Kritik Erwin Grosche "Warmduscher-Report" vom 22.9.2003 aus dem General-Anzeiger Bonn: Alltagsszenen voller Anmut und Lebensfreude Der Warmduscher-Report des Erwin Grosche im Bonner Pantheon Von Ulrike Strauch Bonn. Ein Abend mit Erwin Grosche hinterlässt keine blauen Flecken auf den Oberschenkeln. Nein, so einer ist er nicht. Vielmehr das, was seine Zuschauer gern als "hintergründig" bezeichnen. Jemand, der die leiseren Töne bevorzugt, skurrile und poetische Texte für seine Auftritte verfasst und dafür bereits mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet wurde. Kurzum, 25 Jahre Bühnenerfahrung sind in seinem Fall sicher kein Zufall. Warum das so ist und wie es denn im Einzelnen klingt, zeigte er jetzt im Bonner Pantheon mit seinem Jubiläumsprogramm namens "Warmduscher-Report". Wer sonst würde sich einfach so trauen, im gelben Rüschenhemd mit blau-weißer Badekappe auf die Bühne zu treten? Kleinkünstler wie Erwin Grosche dürfen das. Weil morgens um sieben auch im Hallenbad die Welt noch in Ordnung ist. Oder auch, weil zweieinhalb Jahrzehnte allemal ausreichen, um sich auch jenseits des "Comedy-Mainstreams" eine eigene Fangemeinde zu erobern. Ein Stammpublikum, wie der Kabarettist aus Paderborn es sich schon immer gewünscht hat. Neugierig genug, sich mit ihm auf schräge Pfade zu begeben, und sichtlich dankbar für das, was sie dort zu sehen bekommen. Gerade aus dem Hallenbad heraus und wieder festen Boden unter den Füßen, fragt sich Grosche, ob ein Cent seinem Finder jetzt nicht eigentlich doppelt so viel Glück bringen müsste. "Weil doch zwei Pfennige drin stecken." Am liebsten wäre ihm allerdings der 500-Euro-Glücksschein. Über so etwas freut man sich schließlich auch, "und beim Glück sollte man wirklich nicht so bescheiden sein." "Wir bleiben so lange zusammen, bis wir uns lieben", hat er zu seiner Frau gesagt. Soviel Geduld besaß sie offenbar nicht. Dafür besteht sein Alltag jetzt aus "Kurzszenen voller Anmut und Lebensfreude". Und zwischendurch macht er sich Gedanken um Dinge, die wirklich "die Hölle" sind. So wie "treu zu sein, ohne einen Partner zu haben, dem man das zeigen kann. Wobei der schlechte Ruf der Hölle ja gar nicht am Ort selbst liegt, sondern an den Leuten da." (21.09.2003) |
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