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Kritik ABBA Jetzt!
im rahmen des 8. Pantheon a Cappella-Festivals
vom 5.7.2002 aus dem General-Anzeiger Bonn:
Hanno liebt die Frida
"ABBA jetzt!" mit Frack und Fliege in Bonns tosender Hölle
Von Swantje Karich
Bonn. Eine wehende schwedische Flagge in Miniaturformat machte den Anfang beim fulminanten Auftritt der Gruppe "ABBA jetzt!" im Pantheon. "Eine unverschämte Hommage an die schwedischen Popgötter" lautet der Titel ihres Programms.
Wer Plateausohlen, Rüschenhemden und Schlaghosen erwartet hatte, wurde überrascht: Ein Trio in Frack und mit Fliege begrüßte die Zuschauer. Die gelernten Schauspieler Tilo Nest und Hanno Friedrich lieferten eine Show, die ihresgleichen sucht. Gemeinsam mit Alexander Paeffgen am Flügel präsentierten sie ABBA-Welterfolge wie "S.O.S", "Money-Money", "Dancing Queen" und viele mehr.
Gleich zu Beginn mussten sich die Künstler mit einem ausgefallenen Mikro herumschlagen. Diese Hürde nahmen sie meisterlich und mit viel Fantasie: "S.O.S." als Madrigal und ohne Mikro wurde zum Hilferuf an die Technik.
Dann nahm alles seinen Lauf: Aus "Super Trouper" wurde eine Parodie der deutschen Hip-Hop Szene, "I Have A Dream" mutierte zur deutschen Schlagerschnulze: "Ich hab 'nen Traum". Das Pantheon: eine tosende ABBA-Hölle.
Neben musikalischer Hochleistung lieferten die Schauspieler ein satirisches Rahmenprogramm: Hanno Friedrich offenbarte seine ehrliche Liebe zu ABBA und speziell der Brünetten der Truppe, während Tilo Nest allen Mut zusammennahm und seine Abneigung kundtat.
Letzte Hoffnung, sein ramponiertes Image zu retten: der Vortrag eines Gedichtes von Ingmar Sörensen, "Sonne am Sund". Rund herum ein überzeugender Auftritt. "ABBA, jetzt!" ist einfach charmant.
(04.07.2002)
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