Kritik Olli Dittrich + Bastian Pastewka vom 31.12.02/1.1.03. aus dem General-Anzeiger Bonn: Schmackhafter Refrain Bastian Pastewka und Olli Dittrich kalauern im Bonner Pantheon - Die beiden Comedians brillieren mit Hochgeschwindigkeitstexten und Charakterstudien Von Susanne Haase-Mühlbauer Bonn. Binsenweisheiten des schlaffen Typen im ausgeleierten Trainingsanzug gehören genauso zu ihren Milieustudien, wie die obercoolen Sprüche des Alles-Dealers Mike Hansen aus der Hamburger Halbwelt. Was Olli Dittrich und Bastian Pastewka jetzt im Pantheon auf die Bühne bringen, ist eine bunte Comedy-Mischung aus Sprachwitz und Charakterstudien, Spaß an der Verkleidung, Klamauk und Musikkabarett. Die zwei Comedians, die nach eigenem Bekenntnis "die beiden letzten übriggebliebenen Nasen" des sagenhafen Spaß-Ensembles "Die Jux-Raketen" von 1978 sind, krönen ihren Duo-Auftritt zudem mit einer "Begleitcombo". Susi Frese (Gesang) und Ralf Hartmann (Gitarre) gehören als "Die Affen" ins Reisegepäck und standen den Komikern bei ihrem Auftritt im Pantheon mit Sang und Klang zur Seite. Was Dialekt mit Erotik zu tun hat, zeigt Susi Frese bei ihrer sächselnden Version von Tom Jones' "Sex Bomb". Mit Gitarrist Ralf Hartmann, der sich mit seinen musikalischen Kurz-Kommentaren immer wieder als motivbewandert beweist, entführt sie unter anderem in die Wunderwelt der Lebensmittelpoesie - beim Lied über ein "Zigeunerschnitzel" mit dem schmackhaften Refrain: "Ham Ham". Doch auch ohne Musik mögen so manchem Zuhörer die Ohren geklungen haben. Etwa bei der Schwindel erregenden Wortgewalt Dittrichs, der mit seinen Hochgeschwindigkeitstexten eine geradezu sportliche Leistung erbringt. Und seine Berichte vom "Spocht" zeigen derweil eine leichtfüßige Mischung aus Wort- und Sport-Witz. Zu Pastewkas Stärken gehören die Charakterstudien. Etwa wenn er sich als aufmerksamer Fernsehzuschauer outet und eine Moderatoren-Typologie auf die Bühne bringt. Oder wenn er Didi Hallervordens 1975 verstorbene "Kuh Elsa" wieder auferstehen lässt, oder ganz entgegen den Weisheiten seiner historischen Unterhaltungsfibel "Sketche, die zünden" einen Witz erzählt, der zu keinem Ende kommt. (30.12.2002) |
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