Kritik Pause + Alich: "Kopf hinhalten"
vom 10.5.2003 aus der Rhein-Zeitung:

"
Kopf Hinhalten" begeistert

Rainer Pause und Norbert Alich präsentieren ihr neues Programm - Zwei schrullige Streithähne

von Marion Graulich

Hermann und Fritz - sie riefen schon die rheinische Republik aus. Jetzt wollen sie einen König und luden außerdem zur ersten "Nachkriegs-Show

Zwei abgenutzte Stühle stehen auf der Bühne, dazwischen ein ganz einfacher Holztisch, darüber hängt unmotiviert eine spießige Lichterkette mit bunten Glühbirnen. Vor den Stühlen stehen zwei Mikrofone, dazwischen ein Notenständer und links ein großer schwarzer Flügel. Noch ist kein Mensch auf der Bühne zu sehen und trotzdem ist das Publikum des ausverkauften Pantheons schon begeistert als das Licht ausgeht. Denn wenn Rainer Pause und Norbert Alich als Fritz und Hermann auf die Bühne kommen erwartet die Zuschauer ein bissig, witziges Wortgefecht über Politik, Weltgeschehen und alltägliche Probleme. Zwei spießig schrullige ältere Herren im Frack betreten den Schauplatz und blicken forsch in die Runde. Und dann fangen die beiden Alten an zu singen: „...Schröder weiß nicht weiter, it´s the final countdown..“.

Schon vor der offiziellen Begrüßung ist das Premieren-Publikum der neuen Show „Kopf hinhalten“ ihres Bonner Kabarettisten-Dous mitgerissen. „Herzlich Willkommen zu unserer ersten Nachkriegsshow“, heißt es dann. Ziel der Veranstaltung ist es, auch in schweren Zeiten etwas schönes zu erzählen und etwas Freude zu bereiten, betonen beide. Doch dann geht es schon los und die Hitzköpfe beginnen aufeinander herum zu hacken, sich über Politik, Rentner und Mieter aufzuregen und sogar mit dem Publikum zu mosern. Der Cholerische Fritz schwankt ständig zwischen Wutausbruch, Kichern und „Beinahe- Heulkrämpfen“. Hermann wirkt eher etwas unterlegen, gerät nicht direkt in Rage, regt sich dennoch nicht weniger auf.

Nach der Pause betritt Hermann alleine die Bühne: „Die Demokratie geht mir auf den Sack“, stellt er fest und kommt zu dem Schluss: „Wir brauchen einen guten König.“ Also ruft er Fritz, der den König spielen und auf dem Stuhl Platz nehmen soll. Fritz stellt sich bei Hermanns weiteren Anweisungen zu einem guten König sehr störrisch an und wie soll es anders sein, die beiden fangen an zu streiten und Hermann lässt Fritz auf seinem „Thron“ sitzen, von dem er umständlich herunterklettert. Aber am Ende vertragen sich die Streithähne doch wieder und geben zum krönenden Abschluss ein „Aber Topfpüree“ zum Besten. Das Publikum der Premiere war von der ersten Sekunde an begeistert von den schrulligen Streithähnen.



(07.05.2003)

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