Kritik ROCK4 vom 23.6.2003 aus dem General-Anzeiger Bonn: Androide singt a-cappella Rock 4 aus den Niederlanden können Faithless und Radiohead - Gelungener Auftritt im Bonner Pantheon Von Tobias Blum Bonn. Radiohead und Faithless sind nicht unbedingt die ersten Namen, die einem einfallen, wenn man an a-cappella-taugliche Musik denkt. Umso spannender zu hören, dass derlei Umsetzungen doch klappen können. Das zeigten "Rock 4" aus den Niederlanden im Rahmen des A-cappella-Festivals im Pantheon. Die große Stärke des Quartetts sind ihre sehr Melodie-orientierten Arrangements. Bass Nico Jacobs ist der einzige "Vokalinstrumentalist" der Gruppe und lieferte die Basis, auf die Leadsänger Luc Devens, Tenor Peter Weltens und Bariton Luc Nelissen fein verwobene Gesanglinien legten, die jedem Song ihres aus Cover-Versionen bestehenden Sets eine sehr eigene Note verliehen. So wurde aus Faithless' "Crazy English Summer" eine melancholisch swingende Jazznummer, Alanis Morrisettes "Uninvited" wurde mit sakralem Flair und einem perkussiven Herzschlag noch eindringlicher als das Original, und Led Zeppelins "Whole Lotta Lova" funktionierte auch ohne das legendäre Gitarrenriff prächtig. Das lag insbesondere daran, dass Luc Devens eine Gesangsleistung bot, die Robert Plant in seinen besten Tagen stolz gemacht hätte - was für Schreie! Überhaupt kam der Mann mit seinem an Jim Morrison erinnernden Aussehen und einem Timbre zwischen Robbie Williams und Freddie Mercury schon sehr nah an das Prädikat "Perfekter Frontmann" heran. Ihm war es auch zu verdanken, dass selbst etwas schräger Stoff wie "Paranoid Android" von Radiohead in einer sehr komplexen Vokalversion nachvollziehbar blieb. Simpler, dafür sehr groovend war die begeistert geforderte Zugabe "Stayin' Alive". Inklusive Mitsing-Teil und großartigem "Percussion"-Solo von Luc Nelissen zauberte sie echte Rockkonzert-Atmosphäre in die Räumlichkeiten des Pantheons. (22.06.2003) |
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