Kritik THE BUDDHAS a cappella vom 20.6.2000 aus dem General-Anzeiger Bonn: Buddhismus musikalisch oder Hühner vor der Fütterung Von Wolfgang Schlüter Bonn. Allein die ersten Takte, langsam, vibrierend, wie ein Zug, den man anfahren hört und den man, ohne auch nur hinzusehen, lässig erreicht. Machtvoll die Botschaft: Die Welt ist Sound, ein Paradies aus Klängen, quirliges "Funky Town" in allen Formen und Formeln. Eine lautet: "G.R.O.O.V.E hoch 5 = The Buddhas". Die Hamburger A-cappella-Formation fährt nicht die "coole" Tour. Andere machen Mätzchen, die fünf Hanseaten machen Musik, charmant, mit witzigen Überleitungen und ungeheuer professionell. Ob "Eigenes" oder "Cover" - ihre Texte sind ausschließlich englisch, in der lingua franca des "global village", wie auch anders. Erst sie verwandelt den Pop in die weltumspannend swingende Universalkultur, und so gerät, ob gewollt oder nicht, das Konzert zu einer Hommage an eine Sprache, in der das "listening" easy - leicht - ist, leicht wie ein Sonntagmorgen mit Lionel Ritchie: "Easy like a sunday morning". Hits - sie treffen, oder sie sind gar nicht. Covern die Buddhas Lionel Ritchie, so frappiert deren fast mimetische Intonationssicherheit - doch die betrifft nur die technische Seite. Ihre Essenz liegt in der Suggestivität von unmittelbar wirkender Körperlichkeit. Abheben. Wenn sie mit Ritchie singen, "I want to be high, so high", dann erweisen sich die Buddhas als wahre Raketen. Der "schwarze" Stil ist eindeutig ihre Stärke. Soul, Funk, Rhythm & Blues, das Sparsame der Grooves, die versetzten Betonungen, "blue notes", das leicht schlurfende und doch so Dynamische eines James Brown, eines Stevie Wonder, eines Marvin Gaye, Wurzeln, "roots". Ob minimalistisch - wie im verspielten, zart an der Melodielinie manipulierenden "I can`t stand the rain" -, oder rau wie in "Use me", der Masochismus-Nummer von Bill Withers, ihr Ausdrucksreichtum scheint grenzenlos. Ob E-Gitarre, Saxophon oder Perkussion, ihre Stimmbänder geben`s her, klingen mal so sexy wie Backgroundsängerinnen, mal nach Hühnern vor der Fütterung - sonor oder kastratenhaft. Der "Buddhismus" erfüllte das Pantheon mit vielen Stimmen. (19.06.2000) |
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