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Kritik Rock4 vom 5.6.04 aus dem General-Anzeiger Bonn
10. Pantheon-A Cappella-Festival
The Show must go on
Rock 4 im bonner Pantheon
Bonn. Rockmusik braucht eigentlich nicht mehr als vier Stimmen. Zumindest gilt das für Rock 4 auf der Bühne des Pantheon. Essenziell für das holländische A-cappella-Quartett sind zwei Dinge: Einerseits die Fähigkeit ihres Gründers Luc Nelissen, Songs von Queen, Led Zeppelin oder Radiohead in ungemein dichte, hochmelodische und trotzdem erdige Arrangements für Bass, Perkussivgesang, Tenor und Rockröhre zu verwandeln.
Letztere gehört dem potenziellen Jim-Morrison-Double Luc Devens und ist die zweite, tragende Säule im Konzept der Band.
Im Gegensatz zu vielen anderen A-cappella-Truppen haben Rock 4 nämlich einen "echten" Frontmann in ihren Reihen, der live gleichzeitig charismatischer Blickfang und ungemein vielseitiger Leadsänger ist.
Mit hoher, oft an eine Mischung aus Robert Plant und Freddie Mercury erinnernder Stimme singt er "Into Temptation" angemessen lasziv, klingt bei "Uninvited" bedrohlicher, als es Alanis Morissette je könnte. Und die Schreie gegen Ende von Genesis' "Mama" sind wirklich markerschütternd.
Dabei sieht er meist hochkonzentriert und ein wenig entrückt aus, immer so, als könnte er jeden Moment emotional ausbrechen, was aber nur selten geschieht. Stattdessen bekommen sowieso schon pathetische Stücke wie "The Show Must Go On" noch ein wenig mehr Theatralik und ein Song wie "Whole Lotta Love" eine entspannte Soul-Jazz-Schlagseite.
Das ist definitiv ungewöhnlich, aber keineswegs schlecht. Zumal der über die Dauer des Konzertes konstant hohe Stimmungspegel gegen Ende noch mal ungeahnte Level erreicht, als die Vier eine fantastische Version von "Stayin' Alive" präsentieren.
(04.06.2004) |
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