Neues Programm der Bonner Kabarettisten
"Tut-uns-leid-Tour"
mit Fritz & Hermann


Die bissigsten Entschuldigungen der Welt Foto: Schwaiger

Von ALEXANDER BOECKER

exp Bonn - Der tödliche Schuss
auf John Lennon, die
Hiroshima-Bombe, der Fall
Barschel - Schuld an allem hat
Fritz Litzmann. Deswegen will er
sich zusammen mit Hermann
Schwaderlappen entschuldigen -
und zwar bei allen für alles.

Lange mussten die Fans von
Rainer Pause und Norbert Alich
(alias Fritz & Hermann) auf das
neue Programm der Kabarettisten
warten. Passender Titel:
"Die-Tut-uns-leid-Tour".

Bei den Frauen entschuldigen sie
sich. Bei den Ossis und bei den
68-ern, die jetzt ins Altersheim
kommen. Und bei überhaupt
jedem, der noch eine
Entschuldigung verdient hat.
Ganz klar: "Wir haben uns immer
opfern müssen!"

Aber wenn man sich schon opfert, dann will man wenigstens meckern.
Über den Berliner Prinzen, der im Bonner Zoch mitfahren will und über
die Frauen: "Kein Wunder, dass Peter Handtke für die Serben schwärmt -
für die Frauen heute lohnt es sich nicht."

Bei aller Lebensphilosophie: Das Duo ist politischer geworden.
Grandios: Im Albtraum erscheint der Kanzler Fritz Litzmann, tritt zurück
und sagt: "Du bist dran!" Was macht man da?

Sündenbock Nr. 1: Joschka Fischer. "Ist der nun für oder gegen die
Waffen?" Starker Tobak: Hitler ist für die beiden geistiger Vater des
grünen Außenministers.

Trotz urkomischem Konzept: Die Premiere im Pantheon hatte keinen
Fritz&Hermann-Standard - zu viele Timingprobleme, einige Gags liefen
ins Leere. Die Latte lag hoch für das Bonner Duo - zu gut waren die
letzten Programme. Kenner wissen aber: Nach ein paar Auftritten
werden die beiden regelmäßig besser.


Express

 

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